Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter?

Ärzte: Fluch oder Segen? Meine Teilnahme an der Blogparade:

Wowka von swapy.de hat zu einer Blogparade „Ärzte: Fluch oder Segen?“ aufgerufen. Der Beweggrund für seine Blogparade war offensichtlich folgender Satz:

 “Wer allen Ernstes noch glaubt, dass es den Ärzten um die Gesundheit ihrer Patienten und nicht um das Geld geht, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen“

In seinem Beitrag beschreibt er anhand von drei Fällen seine Erfahrungen als Patient mit den Ärzten und kommt zum folgendem Ergebnis: „Geld regiert die Welt… und zunehmend Ärzte!

Wie sind deine Erfahrungen mit Ärzten?

Und nun bin ich an der Reihe und möchte auch meine Meinung zu diesem, durchaus interessantem Thema schreiben. Hierzu gehe ich gerne auf die Fragen ein und versuche auch anhand von Beispielen die Fälle zu beschreiben.

Geld regiert die Welt… und natürlich auch Ärzte

Dieser Aussage kann ich zu 100% unterstreichen. Ich hab es sogar schwarz auf weiß von SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) per Brief erhalten. Schon seit zwei Jahren weisen die Kindergärtner mich und meinen Ehemann daraufhin, dass unser Großer eine Ergotherapie braucht. Die Kinderärztin sieht dagegen keinen Bedarf und gibt ihre Fachkompetenzen nicht an einen Ergotherapeuten weiter. Als wir dann zum vierten Mal diesbezüglich zum Kinderarzt sind und aufdringlich darauf hingewiesen haben, dass unser Sohn möglichst vor Einschulung in diesem Jahr die Ergotherapie durchlaufen sollte, wurden wir an SPZ verwiesen. Erst nach Diagnose von SPZ würde die Kinderärztin uns eine Überweisung zum Ergotherapeuten schreiben.

Von SPZ bekamen wir dann ca. 20 Seiten, die wir, Kindergarten und Kinderärzte ausfüllen mussten. Nach dem wir dann die Unterlagen ausgefüllt an SPZ zurückgeschickt haben, haben wir folgende Termine erhalten:

spz2

Was fällt einem auf? Vier Termine in drei verschiedenen Quartalen und natürlich muss man pro Quartal entsprechende Unterlagen mitbringen. Wenn das keine Abzocke ist! Es reicht nicht, dass man für jeden Termin einen Urlaubstag beim Arbeitgeber einreichen muss. Zudem ist das SPZ mit einer Fahrtstrecke (hin und zurück) mit 120 km nicht gerade um die Ecke. Nein, das SPZ muss auch noch die Termine so legen, dass man die Quartalgebühren entrichten muss. Am 07.09.2015 beginnt in Hessen die Schule. Das Kind wird dadurch, gerade am Anfang zwei Tagen herausgerissen. Mal ganz ehrlich, denken die mit ihrem Sitzfleisch? Und so was nennt sich Psychologen und Ärzte. Ohne Worte echt.

Wer allen Ernstes noch glaubt, dass es den Ärzten um die Gesundheit ihrer Patienten und nicht um das Geld geht, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen“ Das trifft hier voll zu.

In einem weiteren Beispiel geht es nicht um mich, sondern um meinen alten Lehrer. Vor gut 20 Jahren habe ich noch aktiv Volleyball gespielt und besuchte regelmäßig die Volleyball-AG in der Schule. Die Leitung dieser AG hatte mein Bio-Lehrer. Dieser Lehrer war einfach ein warmherziger Mensch und solche Menschen vergisst man nicht. Nach ca. 20 Jahren habe ich diesen Lehrer zufällig beim Einkaufen in einem Auto sitzend getroffen. Ich begrüßte ihn freundlich und wir haben ein wenig geplaudert. Er hat im Auto auf seine Frau gewartet, die einkaufen war. Ich fragte ihn, ob er noch Volleyball spielt. Daraufhin antwortet der Lehrer: “ Es hat sich ausgespielt“ und klopfte dabei mit seiner Fingern auf das Holzbein. Ich habe selten soviel Trauer in den Augen eines solchen herzlichen Menschen gesehen. Er sagte mir, dass er während eine Krankenhausaufenthaltes einen Infekt eingefangen hatte und das Bein musste daraufhin amputiert werden. So wie ich den Sachverhalt verstanden habe, wurden die Hygienestandards im Krankenhaus nicht eingehalten und dadurch kam es zum Infekt, welcher eine Beinamputation als Folge hatte.

Erst der dritte Arzt konnte helfen

Im Oktober 2014 bekam ich eine Grippe. Ich Bekomme eigentlich jedes Jahr ein mal die Grippe und diesmal war es noch nicht mal so schlimm. Bin zu meinem Hausarzt gegangen und er hat mich daraufhin für ganze zwei Tage krank geschrieben. Diagnose war „Grippaler Infekt“ und ich sollte mir einfach ein paar Tage Ruhe gönnen. Welche Grippe verschwindet nach so einer kurzen Zeit? Ich könnte aber in zwei Tagen erneut kommen, sofern es nicht besser wird. Dem war dann auch so und ich wurde diesmal für 5 Tage krank geschrieben. An dieser Stelle fragte ich den Arzt, warum er mich nicht schon beim ersten Termin für fünf Tage krank-geschrieben hat? Nach ein paar Tagen verschwanden die Grippesymptome – doch Husten blieb. Nach weiteren zwei Wochen suchte ich erneut den Hausarzt und es blieb bei der ersten Diagnose. Als dann nach weiteren vier Wochen der Husten immer noch nicht verschwand, suchte ich einen anderen Arzt. Diese hat wenigstens ein Blutbild gemacht und kam zu der Diagnose, dass ich akute Bronchitis hätte. Ich quälte mich weitere sechs Wochen mit dem Husten. Zum Glück kam dieser immer nur Abends ab ca. 20:00 Uhr. Das ging soweit, dass ich durch das Husten schon Rippenschmerzen hatte und manchmal auch Blut spuckte. Daraufhin ging ich zu einem Lungenarzt. Er hat dann volles Programm gestartet, Lungenfunktontest, Belastungstest, Allergietest und Röntgen. Diagnose: min. spastische Bronchitis. Ich bekam Arzneimittel zum Inhalieren und siehe da, die Beschwerden gingen nach zwei Tagen weg. Ein Arzt ist dafür da, die Gesundheit seiner Patienten wiederherzustellen oder den Zustand zumindest zu verbessern. Ich bin diesem Arzt sehr dankbar, auch wenn der ganze Affenhalt 6 Stunden ging (Wartezeit und Behandlung), so wurden meine Erwartung hier zu 100 % erfüllt.

  • Ist die Arzt-Patient-Beziehung gestört oder vertraut ihr den Ärzten?

Ich vertraue nach wie vor den Ärzten. Es gibt in jeder Berufsgruppe oder Religion gute und schlechte Menschen. So trifft man auch in der Medizinwelt auf gute Ärzte (Ärzte aus Leidenschaft, aus Überzeugung) und eben auch auf schwarze Schafe (Ärzte, die in erster Linie an das Geld denken und nicht an ihre eigentliche Aufgabe)

  • Medizin ohne Menschlichkeit: wie steht ihr dazu?

Arzt werden, sollte man in erster Linie aus Überzeugung zum Beruf. Entsprechend ist in meinen Augen Medizin ohne Menschlichkeit unvorstellbar. Ärzte die es nicht beherzigen, sollen in meinen Augen „an den Pranger gestellt werden“. Hierzu finde ich diverse Bewertungsportale durchaus geeignet.

  • Welche positiven bzw. negativen Erfahrungen habt ihr oder eure Mitmenschen mit ärztlichen Behandlungen erlebt?

Siehe meine Beispiele oben.

  • Sind kranke Menschen Patienten oder doch nur Kunden?

Manchmal fühlt man sich tatsächlich wie ein schlecht behandelter Kunde. Letztendlich ist man aber auf de Ärzte angewiesen. Werde ich von einem Arzt nicht „schlecht behandelt“ im Sinne von „Erwartungen nicht erfüllt“, so suche ich mir einen anderen Arzt.

  • Woran erkennt man einen guten Arzt?

In erster Linie an seiner Fachkompetenz. Mir bringt es nichts, wenn ich Wartezeiten von weniger als 5 Minuten habe, unendlich viele Getränke beim Warten bekomme oder das Sofa im Wartezimmer mit Krokodilleder geschmückt und mit einer Massagefunktion ausgestattet ist. Wenn ich etwas trinken möchte, so kaufe ich es mir. Brauche ich Massage, so gehe ich zu Thai-Massage. Ich gehe zum Arzt, damit dieser mich Gesund macht. Darauf kommt es an. Ich muss leider feststellen, dass es immer weniger Kompetente Ärzte/Helfer gibt.

Fazit:

Ich bin der Meinung, dass diese Berufsgruppe an Ansehen enorm verloren hat. Dies ist jedoch nicht alleinige Schuld der Mediziner, sondern auch der Politik und der ganzen Krankenkassen. Gute Ärzte empfehle ich sehr gerne weiter und damit bestrafe ich diese Ärzte, weil sie dadurch noch mehr Patienten „abarbeiten“ müssen und das teilweise ohne Gegenleistung. Ich habe mir sagen lassen, dass Ärzte nur ein bestimmtes Kontingent an gesetzlich versicherten Patienten vergütet bekommen. Alle Behandlungen darüber hinaus dürfen nicht verrechnet werden. Nur die privat versicherten Patienten können abgerechnet werden und bekommen entsprechend zum Ende des Jahres in der Regel eher einen Termin als die „Patienten zweiter Klasse“. Daran ist das System schuld.

2 Kommentare

  1. swapy

    Hallo Blogdeal,
    vielen Dank für die Teilnahme an meine Blogparade.
    Die Sache mit der begrenzten Anzahl an Behandlungen habe ich auch schon mal von meinen Freunden (Ärzte) gehört. Das liegt offensichtlich wirklich am System und am Ende sind die Patienten die Leidtragenden. Als Privatpatienten hingegen, insbesondere – wie von dir geschrieben- am Ende des Jahres, bekommt man eher einen Termin.

    Grüße
    Wowka

    Antworten
  2. Hartz IV Monster Bloggerin

    Hallo, bin gestern zufällig beim durchstöbern des Internets auf dieses Thema „debile Ärzte“ 😉 gestoßen und kann dem hier voll und ganz zustimmen.

    An der Blogparade ?? kann ich aktuelle „noch“ nicht teil nehmen, zu viele Dinge die ich noch dringend auch offline bewältigen muss.

    Aber eines kann ich schon mal erwähnen:
    ich werde, sobald mir das gesundheitlich möglich ist, 3 Ärzte strafrechtlich anzeigen. Es geht um 2 Gutachter zwecks Rentenantrags und ein REHA Chef-Arzt.

    Der erste Gutachter will mich für mindestens 6 Stunden täglich zum arbeiten schicken und anhand eines 2,5 stündigen Gespräches will er das beurteilen können. Das sieht man ja nun das er bzw. das Ärzte nicht in der Lage sind eine umfangreiche und lange Krankengeschichte nicht gerade mal in wenigen stunden die Arbeitsunfähigkeit ermittelt werden kann ohne diverse körperliche Tests gemacht zu haben.

    Der REHA Chef hat mich nach 2 Wochen REHA, in der man sich nicht um mich gekümmert hat, raus geschmissen, mit der Begründung der Leistungsverweigerung. Er hat mir unmissverständlich klar gemacht das in der RHEA die Vergangenheit und Krankengeschichte keine Bedeutungen haben und man zu „parieren“ hätte! Unter anderem weigerte ich mich Körbe zu flechten! Um einen Steinzeit Hobby nach zugehen brauche ich keine REHA das kann ich auch vor Ort in der VHS…

    Der Oberknaller ist aber meine aktuelle Gutachterin, vor wenigen Tagen, die schießt den Vogel ab. Sie will mich trotz Schwerbehinderung, Gehbehinderung, Gleichgewichtsstörungen usw. usf. auf ein Baugerüst stellen und Vollzeit zur Arbeit schicken. Das wäre mein sicherer Tot, da brauch ich keinen Doktor Titel! Zudem will sie bei mir weder eine Fibromyalgie noch eine Depression gefunden haben, die zuvor schon seit Jahren von 4 anderen Ärzten bestätigt werden… lol

    Das ist jetzt nur mal die Kurzfassung. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was in so einem kranken Kopf abgeht? Aber ich empfinde das als kriminell! Und nach 15 Jahre Hartz IV und 22 Jahre Krankheit habe ich endgültig die Schnauze voll von solchen asozialen Ärzte!

    Liebe Grüße
    Silke das H4 Blog Monster

    UND VIEL GLÜCK für alle Leidensgenossen

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